Wilder Oregano – Eigenschaften, Zusammensetzung und Verwendung in der Ernährung

Wildes Oregano ist vor allem als Kraut mit ausgeprägtem Aroma bekannt, zieht aber seit Jahren auch die Aufmerksamkeit von Forschern aus den Bereichen Ernährung und Diätetik auf sich. In der wissenschaftlichen Literatur finden sich verschiedene Beobachtungen zu seinen möglichen Auswirkungen auf den Körper, die jedoch von der Darreichungsform und der Dosierung abhängen. Meistens wird Oregano als praktische Zutat in der täglichen Küche angesehen, doch in Form von Extrakten mit hoher Konzentration an Wirkstoffen kann es auch als Nahrungsergänzungsmittel dienen.

Oregano

  1. Merkmale von Oregano
  2. In welchen Bereichen wurde Oregano untersucht?
  3. Die Verwendung von Oregano

Merkmale von Oregano

Bei wildwachsendem Oregano handelt es sich um den Gewöhnlichen Oregano (Origanum vulgare), eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, die in der Natur meist bis zu 80 cm hohe Büschel bildet. Der Stängel ist vierkantig, leicht behaart, und die Blätter stehen paarweise gegenständig und sind eiförmig. Wenn man die Blätter zerreibt, ist ein charakteristisches, kräuterartiges Aroma wahrnehmbar. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juli bis September. Am besten lässt sich Oregano im Sommer gerade an seinen Blütenständen erkennen: An den Spitzen der Triebe erscheinen zahlreiche, kleine Blüten in Rosa- und Violetttönen.

Vorkommen

Der Gewöhnliche Oregano kommt natürlich in weiten Teilen Europas sowie in Regionen West- und Zentralasiens und auch in Nordafrika vor. Er wurde zudem in andere Teile der Welt eingeführt und hat sich dort etabliert. In Polen ist er eine recht verbreitete Pflanze: Man findet ihn auf trockenen Wiesen, an Wegrändern oder an Waldrändern.

Kulinarische Verwendung

Wilder Oregano wird häufig als Gewürz verwendet. Er passt gut zu Tomatensoßen, Pizza, Nudelgerichten sowie zu Marinaden für Fleisch und Fisch. Er eignet sich auch gut für Gewürzmischungen für mediterrane Gerichte, für Olivenöl mit Knoblauch sowie für Füllungen und Suppen. In der Regel wird die getrocknete Form verwendet, die sich ohne Qualitätsverlust länger lagern lässt und eine höhere Konzentration an Aromastoffen aufweist. Zu den wichtigsten zählen Polyphenole, insbesondere Rosmarinsäure sowie Verbindungen aus der Gruppe der Flavonoide; im ätherischen Öl kommt zudem Carvacrol und Thymol eine wichtige Rolle zu.

Der Nährwert von Oregano

Nährstoff

Gehalt pro 100 g

Energie

260-270 kcal

Eiweiß

8-9 g

Fett

4-5 g

Kohlenhydrate

60-68 g

In welchen Bereichen wurde Oregano untersucht?

Oregano

Bei einem Teil der Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Präparaten mit Wild-Oregano-Extrakt und der Ausprägung der klinischen Symptome untersucht. In den verfügbaren wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurden Beobachtungen beschrieben, die darauf hindeuten, dass einige Studienteilnehmer eine geringere Ausprägung von Symptomen wie Husten, Atemnot oder pfeifendem Atmen angaben. In ausgewählten klinischen Studien wurden zudem die Lungenfunktionsparameter, darunter die Spirometrieergebnisse, bewertet, um mögliche Veränderungen ausgewählter Atemindikatoren zu analysieren. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich bei diesen Daten um wissenschaftliche Beobachtungen handelt und weitere, gut konzipierte Studien erforderlich sind, um ihre klinische Bedeutung zu bestätigen.

Im Zusammenhang mit der Asthmaforschung wurde auch Carvacrol untersucht – einer der Hauptbestandteile des Oreganoöls, der in den Studien als Modellverbindung zur Bewertung potenzieller biologischer Mechanismen verwendet wurde. In einem Teil der Veröffentlichungen wurde sein Einfluss auf ausgewählte Indikatoren im Zusammenhang mit der Entzündungsreaktion des Körpers sowie auf bestimmte Parameter der Lungenfunktion untersucht. Es wurden Veränderungen bei bestimmten Labormarkern beschrieben, doch ist bei der Interpretation dieser Ergebnisse Vorsicht geboten. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht zur Behandlung von Asthma oder anderen Erkrankungen der Atemwege bestimmt und sollten die vom Arzt empfohlene Therapie nicht ersetzen.

Die Verwendung von Oregano

In der Küche wird Oregano meist in Mengen von etwa 0,5–2 Teelöffeln getrockneter Blätter pro Portion verwendet; bei frischen Blättern sind es in der Regel 1–2 Esslöffel, die am Ende des Kochvorgangs oder bereits auf dem Teller hinzugefügt werden, damit das Aroma besser zur Geltung kommt. In der Nahrungsergänzung wird Oreganoöl meist als Ölkapseln oder als Flüssigkeit zum Verdünnen verkauft. Das flüssige Öl wird in der Regel nach dem Verdünnen in einem Trägerstoff (z. B. Olivenöl) angewendet, da das reine Öl sehr konzentriert ist und die Schleimhäute reizen kann. Kapseln werden bevorzugt, da sie eine gleichbleibende Dosierung erleichtern und den intensiven Geschmack sowie das Risiko von Reizungen im Mundraum verringern.

Quellen:

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