Koffein gehört zu den weltweit am häufigsten konsumierten psychoaktiven Substanzen. Im Jahr 1819 wurde es aus Kaffee isoliert; früher wurde es auch als "Tein" im Tee oder als "Matein" in Yerba Mate bezeichnet. Der Koffeingehalt im fertigen Getränk hängt nicht nur von der Pflanzenart ab, sondern auch von der Sorte, der Menge des Rohmaterials, der Wassertemperatur, der Einwirkzeit und der Zubereitungsart. Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass die Empfindlichkeit gegenüber der Wirkung von Koffein genetisch bedingt sein kann.
![Koffein in Getränken]()
- Was ist Koffein?
- Hauptquellen für Koffein
- Koffeingehalt in Aufgüssen
- FAQ – Wie viel Koffein enthalten Kaffee, Tee und Yerba Mate?
Was ist Koffein?
Koffein ist eine natürliche chemische Verbindung, die zu den sogenannten Methylxanthinen gehört, also einer Gruppe von Substanzen, die von bestimmten Pflanzen gebildet werden. In Pflanzen erfüllt es unter anderem Schutzfunktionen und kann die Aktivität bestimmter Insekten und anderer Organismen einschränken.
Nach dem Genuss von Kaffee, Tee oder Yerba Mate gelangt Koffein in verschiedene Gewebe, darunter auch ins Gehirn. Sein grundlegender Wirkmechanismus besteht in der Blockierung von Adenosinrezeptoren, also spezifischen Strukturen im Nervensystem. Adenosin ist unter anderem an der Regulierung der Aktivität des Nervensystems sowie des Schlaf-Wach-Zyklus beteiligt, während Koffein aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit dessen Rezeptoren besetzen und die Aktivität von Adenosin hinsichtlich der Beruhigung und „Entspannung“ des Organismus nach stundenlanger Aktivität einschränken kann.
Hauptquellen für Koffein
![Yerba Mate]()
Kaffee
Die weltweit wichtigste Koffeinquelle ist nach wie vor Kaffee. Er wird aus den Samen der Früchte von Pflanzen der Gattung Coffea gewonnen. Von größter wirtschaftlicher Bedeutung sind zwei Arten: Coffea arabica, auch Arabica genannt, und Coffea canephora, meist als Robusta bezeichnet. Arabica stammt aus Ostafrika, während das natürliche Verbreitungsgebiet von Robusta weite Teile des tropischen West- und Zentralafrikas umfasst. Beide Arten werden unter anderem in Süd- und Mittelamerika, Afrika sowie Asien angebaut.
Tee
Tee stammt von einer ganz anderen Pflanze – Camellia sinensis. Aus ihren Blättern und jungen Trieben werden unter anderem grüner, schwarzer, weißer und Oolong-Tee hergestellt. Es handelt sich dabei nicht um vier verschiedene Teesorten aus unterschiedlichen Pflanzen, sondern sie unterscheiden sich unter anderem durch die Verarbeitungsmethoden nach der Ernte, darunter den Oxidationsgrad der Blätter. Der Teeanbau ist historisch mit Asien verbunden, insbesondere mit China und Indien.
Yerba Mate
Yerba Mate ist kein Tee im botanischen Sinne. Er wird aus den Blättern und jungen Trieben des paraguayischen Stechpalmenbaums, also Ilex paraguariensis, hergestellt. Diese Pflanze kommt natürlich in Südamerika vor, vor allem in Südbrasilien, im Nordosten Argentiniens und in Paraguay, und ihr Anbau sowie ihr traditioneller Verzehr sind eng mit dieser Region verbunden.
Koffeingehalt in Kaffee, Tee und Yerba Mate
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Getränk
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Koffeingehalt
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Espresso, 60 ml
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ca. 80 mg
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Filterkaffee, 200 ml
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ca. 90 mg
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Schwarzer Tee, 220 ml
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ca. 50 mg
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Yerba mate
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Die EFSA gibt keinen Richtwert an
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Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
Koffeingehalt in Aufgüssen
![koffeinhaltige Getränke – Kaffee]()
Der Koffeingehalt lässt sich am einfachsten bei fertigen Getränken vergleichen, da die Menge an Trockenrohstoff, die zur Zubereitung einer Portion verwendet wird, sehr unterschiedlich sein kann. Laut der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) enthält ein Espresso mit einem Volumen von 60 ml durchschnittlich etwa 80 mg Koffein, während eine Tasse Filterkaffee mit einem Volumen von 200 ml etwa 90 mg enthält. Diese Werte gelten nicht pauschal für jede Kaffeesorte. Bei Analysen von zu Hause zubereiteten Getränken wurde ein Bereich von etwa 29 bis 176 mg Koffein pro Tasse Kaffee festgestellt.
Bei schwarzem Tee geht die EFSA von einem Richtwert von etwa 50 mg Koffein in 220 ml Aufguss aus. In Untersuchungen an tatsächlichen Aufgüssen wurde jedoch eine deutlich größere Bandbreite beobachtet. In einer Analyse von zu Hause zubereiteten Teesorten wurden Werte zwischen 8 und 91 mg pro Tasse ermittelt. Auch grüner Tee enthält Koffein.
Yerba Mate enthält in der Regel etwa 20–40 mg Koffein pro 100 ml Aufguss, während in Übersichtsarbeiten für eine Portion von 500 ml etwa 78–196 mg Koffein angegeben wurden. Die traditionelle Art, Yerba Mate zu trinken, erschwert es zusätzlich, einen einheitlichen Wert für eine „Portion“ anzugeben, da oft mehrere Dutzend Gramm getrockneter Blätter in ein Gefäß gegeben und wiederholt mit Wasser aufgegossen werden.
Die Geschwindigkeit, mit der Koffein abgebaut wird, kann von Person zu Person erheblich variieren und hängt unter anderem von genetischen Faktoren, dem Alter, einer Schwangerschaft, dem Tabakkonsum sowie der Einnahme bestimmter Medikamente ab. Die EFSA kam zu dem Schluss, dass bei gesunden Erwachsenen eine einmalige Koffeinaufnahme aus allen Quellen von bis zu 200 mg – das entspricht etwa 3 mg/kg Körpergewicht bei einer Person mit einem Gewicht von etwa 70 kg – keine Sicherheitsbedenken aufwirft.
„Koffein aus Kaffee, Tee und Yerba Mate wirkt im Körper nach demselben grundlegenden Mechanismus, doch seine Menge im Getränk kann sehr unterschiedlich sein. Entscheidend für die Wirkung ist also nicht der Name des Getränks an sich, sondern vor allem die Koffeinmenge, die Zubereitungsart sowie die individuelle Empfindlichkeit." Anna Zięba – Ernährungsberaterin
FAQ – Wie viel Koffein enthalten Kaffee, Tee und Yerba Mate?
Was enthält am meisten Koffein – Kaffee, Tee oder Yerba Mate?
Meistens liefert Kaffee in einer typischen Portion am meisten Koffein, aber vieles hängt vom Volumen des Getränks und der Zubereitungsart ab. Espresso hat eine hohe Koffeinkonzentration bei geringem Volumen, Filterkaffee liefert in der Regel mehr Koffein pro Tasse, während Yerba Mate bei einer größeren Menge Aufguss und wiederholtem Aufgießen der getrockneten Blätter viel Koffein enthalten kann.
Wie viel Koffein enthält Kaffee?
Laut EFSA enthält ein Espresso mit einem Volumen von 60 ml durchschnittlich etwa 80 mg Koffein, Filterkaffee mit 200 ml etwa 90 mg. In der Praxis können die Werte deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Wie viel Koffein enthält schwarzer Tee?
Die EFSA geht von etwa 50 mg Koffein in 220 ml schwarzem Tee aus, doch die tatsächliche Menge hängt von der Sorte, der Blattmenge, der Wassertemperatur und der Ziehzeit ab.
Enthält grüner Tee Koffein?
Ja. Auch grüner Tee enthält Koffein, wenn auch in der Regel in geringerer Menge als Kaffee. Man kann jedoch nicht von einem einheitlichen Wert pro Tasse ausgehen.
Wie viel Koffein enthält Yerba Mate?
Meistens werden etwa 20–40 mg pro 100 ml Aufguss angegeben. Bei der traditionellen Zubereitungsweise kann die Gesamtmenge an Koffein jedoch deutlich höher sein, da die getrockneten Blätter mehrfach aufgegossen werden.
Sind Tein und Matein andere Substanzen als Koffein?
Nein. "Tein" und "Matein" sind historische Bezeichnungen für Koffein, das jeweils in Tee und Yerba Mate vorkommt. Chemisch gesehen handelt es sich um dieselbe Substanz.
Wie viel Koffein kann man auf einmal bedenkenlos zu sich nehmen?
Die EFSA geht davon aus, dass bei gesunden Erwachsenen eine Einzeldosis von bis zu 200 mg Koffein aus allen Quellen keine Sicherheitsbedenken aufwirft.
Reagiert jeder Mensch gleich auf Koffein?
Nein. Die Empfindlichkeit und die Geschwindigkeit des Koffeinabbaus variieren von Mensch zu Mensch. Einfluss haben unter anderem die Genetik, das Alter, eine Schwangerschaft, das Rauchen, die Tageszeit sowie bestimmte Medikamente.
Wirken Kaffee und Tee gleich stark anregend?
Nicht immer. Selbst bei ähnlichem Koffeingehalt können die Empfindungen unterschiedlich sein, da das Getränk andere Verbindungen enthält und je nach Trinkgeschwindigkeit variiert. Der wichtigste anregende Faktor bleibt jedoch die Gesamtmenge an Koffein.
Quellen:
- Heckman, M. A., Weil, J., & Gonzalez de Mejia, E. (2010). Caffeine (1, 3, 7-trimethylxanthine) in foods: a comprehensive review on consumption, functionality, safety, and regulatory matters. Journal of food science, 75(3), R77–R87. https://doi.org/10.1111/j.1750-3841.2010.01561.x
- Stavric, B., Klassen, R., Watkinson, B., Karpinski, K., Stapley, R., & Fried, P. (1988). Variability in caffeine consumption from coffee and tea: possible significance for epidemiological studies. Food and chemical toxicology : an international journal published for the British Industrial Biological Research Association, 26(2), 111–118. https://doi.org/10.1016/0278-6915(88)90107-x
- Vanden Abeele, S., Janssens, S. B., Asimonyio Anio, J., Bawin, Y., Depecker, J., Kambale, B., Mwanga Mwanga, I., Ebele, T., Ntore, S., Stoffelen, P., & Vandelook, F. (2021). Genetic diversity of wild and cultivated Coffea canephora in northeastern DR Congo and the implications for conservation. American journal of botany, 108(12), 2425–2434. https://doi.org/10.1002/ajb2.1769
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