Im 19. Jahrhundert wurde aus Teeblättern eine Verbindung namens Tein isoliert. Einige Jahre später stellte sich heraus, dass Tein und das zuvor aus Kaffee isolierte Koffein tatsächlich dieselbe chemische Substanz sind. Der Begriff „Tein“ blieb jedoch im Gebrauch und wird bis heute gelegentlich für das natürlich im Tee vorkommende Koffein verwendet. Eine natürliche Quelle für Tein sind die Blätter der Camellia sinensis, aus denen unter anderem schwarzer, grüner, weißer, Oolong- und Matcha-Tee hergestellt werden.
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- Eigenschaften von Tein
- Dosierung von Tein
- Wirkung von Tein
- Wachsamkeit und verminderte Schläfrigkeit
- FAQ
Eigenschaften von Tein
Tein ist schlichtweg das Koffein, das im Tee enthalten ist. Es handelt sich dabei weder um eine Variante davon noch um eine andere Verbindung mit milderer Wirkung. Das aus Teeblättern stammende Koffeinmolekül hat genau dieselbe chemische Struktur wie das Koffein, das in Kaffeebohnen, Guarana oder Kolanüssen vorkommt. Der Begriff „Tein“ wird daher vor allem aus historischen Gründen verwendet, während in der Chemie und Ernährungswissenschaft der Begriff Koffein gebräuchlich ist. Diese Verbindung gehört zu den Methylxanthinen, einer Gruppe natürlicher Substanzen, die von wenigen Pflanzen gebildet werden.
In den Teeblättern kommt Koffein zusammen mit vielen anderen Inhaltsstoffen vor, darunter Polyphenole und L-Theanin. L-Theanin darf nicht mit Tein verwechselt werden, da es sich um zwei völlig unterschiedliche Substanzen handelt. Tein ist Koffein und wirkt vor allem auf das zentrale Nervensystem, während L-Theanin eine Aminosäure ist, die natürlicherweise im Tee vorkommt.
Nach dem Trinken des Tees wird das Koffein aus dem Verdauungstrakt resorbiert, gelangt ins Blut und kann anschließend in das Nervensystem eindringen. Der Körper erkennt dabei nicht, ob ein bestimmtes Molekül aus Espresso, schwarzem Tee oder grünem Tee stammt. Die Unterschiede, die man nach dem Genuss der einzelnen Getränke spürt, können vor allem auf die aufgenommene Koffeinmenge, die Portionsgröße, die Zubereitungsart des Getränks sowie das Vorhandensein anderer Inhaltsstoffe zurückzuführen sein.
Methylxanthine (einschließlich Koffein/Tein) und ihre natürlichen Quellen
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Methylxanthin
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Wichtigste Quellen
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Koffein
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Kaffee, Tee, Yerba Mate, Guarana, Kolanüsse
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Theophyllin
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Teeblätter
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Theobromin
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Kakao und Kakaoprodukte
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Dosierung von Tein
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Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geht als Richtwert davon aus, dass eine Tasse schwarzer Tee mit einem Volumen von 220 ml etwa 50 mg Koffein (Tein) enthält. Zum Vergleich: Ein Espresso mit einem Volumen von 60 ml enthält durchschnittlich etwa 80 mg, 200 ml Filterkaffee etwa 90 mg. Dies sind Richtwerte.
Für Tein wird keine gesonderte empfohlene Dosierung festgelegt. Bei der Beurteilung der Aufnahme wird die Gesamtmenge an Koffein aus allen Quellen über den Tag hinweg berücksichtigt. Laut EFSA gibt eine Einzeldosis von bis zu 200 mg Koffein bei gesunden Erwachsenen keinen Anlass zu Sicherheitsbedenken, und eine Gesamtaufnahme von bis zu 400 mg pro Tag, verteilt über den Tag, stellt ebenfalls kein Sicherheitsrisiko für die gesunde erwachsene Bevölkerung dar, mit Ausnahme von Schwangeren. Die EFSA weist zudem darauf hin, dass bereits 100 mg Koffein, die kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden, bei einigen Erwachsenen die Schlafdauer und den Schlafverlauf beeinflussen können.
Wirkung von Tein
Da Tein Koffein ist, beruht seine Wirkung in erster Linie auf dem Einfluss von Koffein auf das zentrale Nervensystem. Einer der Hauptmechanismen ist die Blockade der Adenosinrezeptoren. Adenosin ist eine im Körper natürlich vorkommende Substanz, deren Signal im Gehirn unter anderem mit einer allmählichen Abnahme der Aktivität des Nervensystems während längerer Wachphasen in Verbindung steht. Ein Koffeinmolekül kann den für Adenosin vorgesehenen Rezeptor besetzen, ohne ihn jedoch zu aktivieren. Infolgedessen wird ein Teil der mit Adenosin verbundenen Signale vorübergehend abgeschwächt.
Wachsamkeit und verminderte Schläfrigkeit
Die EFSA weist darauf hin, dass Koffein das zentrale Nervensystem stimuliert und in moderaten Mengen die Wachsamkeit steigert sowie die Schläfrigkeit verringert. Die EFSA bewertete zudem den Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und erhöhter Wachsamkeit bei Erwachsenen positiv, wobei bei der Bewertung dieses Effekts Produkte berücksichtigt wurden, die pro Portion mindestens 75 mg Koffein liefern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine größere Menge immer eine stärkere oder vorteilhaftere Wirkung hervorruft, da die Reaktion auf Koffein von Person zu Person unterschiedlich ist. Die Reaktion des Körpers wird unter anderem von der eingenommenen Menge, der Regelmäßigkeit des Koffeinkonsums, der Tageszeit und der individuellen Stoffwechselgeschwindigkeit (die genetisch bedingt ist) beeinflusst.
„Tein und Koffein sind chemisch gesehen ein und dieselbe Substanz. Die Unterschiede in der wahrgenommenen Wirkung von Tee und Kaffee resultieren hauptsächlich aus der Koffeinmenge, der Zubereitungsart des Getränks sowie dem Vorhandensein anderer Inhaltsstoffe wie Polyphenole oder L-Theanin. Daher zählt bei der Sicherheitsbewertung die Gesamtmenge an Koffein, die im Laufe des Tages aufgenommen wird, unabhängig von ihrer Quelle.“ Anna Zięba – Ernährungsberaterin
FAQ
Sind Tein und Koffein dasselbe?
Ja. Tein ist die historische Bezeichnung für das im Tee vorkommende Koffein. Chemisch gesehen handelt es sich um genau denselben Stoff, der auch in Kaffee, Guarana oder Yerba Mate enthalten ist.
Wirkt Tein milder als Koffein aus Kaffee?
Nicht das Tein selbst, denn es handelt sich um dasselbe Molekül. Unterschiede in der Wirkung können auf die geringere Koffeinmenge pro Portion Tee, den langsameren Genuss des Getränks sowie das Vorhandensein anderer Inhaltsstoffe, z. B. L-Theanin und Polyphenole, zurückzuführen sein.
Wie viel Tein enthält eine Tasse Tee?
Laut EFSA liefert eine Tasse Schwarztee mit einem Volumen von 220 ml durchschnittlich etwa 50 mg Koffein. Der tatsächliche Wert hängt von der Teesorte, der Blattmenge, der Wassertemperatur und der Ziehzeit ab.
Enthält grüner Tee Tein?
Ja. Auch grüner Tee enthält Koffein, also Tein. Die Menge kann je nach Rohstoff und Zubereitungsart geringer oder ähnlich wie bei schwarzem Tee sein.
Ist L-Theanin dasselbe wie Tein?
Nein. L-Theanin ist eine Aminosäure, die natürlicherweise im Tee vorkommt, während Tein einfach nur Koffein ist. Es handelt sich um zwei verschiedene Substanzen.
Wie wirkt Tein?
Tein blockiert die Adenosinrezeptoren im Gehirn, wodurch es kurzfristig die Wachsamkeit steigern, die Schläfrigkeit verringern und die Konzentrationsfähigkeit verbessern kann.
Wie viel Tein darf man täglich zu sich nehmen?
Da Tein Koffein ist, muss die Gesamtmenge an Koffein aus allen Quellen berücksichtigt werden. Die EFSA weist darauf hin, dass bei gesunden Erwachsenen eine Gesamtaufnahme von bis zu 400 mg pro Tag in der Regel keine Sicherheitsbedenken aufwirft.
Quellen:
- Ribeiro, J. A., & Sebastião, A. M. (2010). Caffeine and adenosine. Journal of Alzheimer's disease : JAD, 20 Suppl 1, S3–S15. https://doi.org/10.3233/JAD-2010-1379
- Chin, J. M., Merves, M. L., Goldberger, B. A., Sampson-Cone, A., & Cone, E. J. (2008). Caffeine content of brewed teas. Journal of analytical toxicology, 32(8), 702–704. https://doi.org/10.1093/jat/32.8.702
- Wikoff, D., Welsh, B. T., Henderson, R., Brorby, G. P., Britt, J., Myers, E., Goldberger, J., Lieberman, H. R., O'Brien, C., Peck, J., Tenenbein, M., Weaver, C., Harvey, S., Urban, J., & Doepker, C. (2017). Systematic review of the potential adverse effects of caffeine consumption in healthy adults, pregnant women, adolescents, and children. Food and chemical toxicology : an international journal published for the British Industrial Biological Research Association, 109(Pt 1), 585–648. https://doi.org/10.1016/j.fct.2017.04.002
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