Nein. Gluten gilt nicht als essenzieller Nährstoff, daher gibt es keinen festgelegten täglichen Bedarf an Gluten. Der Körper benötigt hingegen Proteine und Aminosäuren, die auch aus von Natur aus glutenfreien Lebensmitteln zugeführt werden können.
Für die meisten Menschen ist Gluten ein ganz normaler Bestandteil der Nahrung, und es gibt keine Belege dafür, dass sein Verzehr an sich gesundheitsschädlich ist. Das Problem betrifft vor allem Menschen mit Zöliakie sowie bestimmten Weizen- oder Glutenunverträglichkeiten. Dabei sollte man bedenken, dass der Nährwert von Brot oder Nudeln nicht allein vom Glutengehalt abhängt.
Bei Menschen ohne glutenbedingte Erkrankung muss der Verzicht auf Gluten keine spürbaren Veränderungen des Wohlbefindens zur Folge haben. Vieles hängt davon ab, womit man Weizen-, Roggen- und Gerstenprodukte ersetzt. Wenn die Ernährung weniger abwechslungsreich wird, kann sie weniger Ballaststoffe und bestimmte Nährstoffe liefern.
Ist eine glutenfreie Ernährung gesünder als eine herkömmliche?
Nicht unbedingt. Es ist nicht nachgewiesen, dass der bloße Verzicht auf Gluten den Gesundheitszustand von Menschen verbessert, bei denen keine medizinischen Gründe für eine Glutenvermeidung vorliegen. Sowohl eine herkömmliche als auch eine glutenfreie Ernährung kann ausgewogen oder unausgewogen sein.
In welchen Produkten ist am meisten Gluten enthalten?
Große Mengen an Gluten kommen in Produkten vor, die auf Weizenproteinen basieren, insbesondere in Seitan und isoliertem Weizengluten. Weitere Quellen sind traditionelles Brot, Nudeln, Grieß, Couscous, Bulgur sowie Backwaren aus Weizen, Roggen oder Gerste. Der genaue Gehalt hängt von der Rezeptur und der Art des Produkts ab.
Ist Gluten ein Protein und kann der Körper es verwerten?
Ja. Gluten ist eine Mischung aus Proteinen, die während der Verdauung in kleinere Bestandteile und Aminosäuren zerlegt werden. Seine Proteine weisen jedoch keine optimale Aminosäurezusammensetzung auf, da sie relativ wenig Lysin enthalten. Daher sollte Gluten nicht als besonders wertvolle Quelle für vollwertiges Protein angesehen werden.
Kann Gluten Bauchschmerzen und Blähungen verursachen?
Solche Beschwerden können bei Menschen mit Zöliakie oder einer nicht-zöliakischen Überempfindlichkeit gegenüber Gluten oder Weizen auftreten. Nicht immer ist jedoch Gluten selbst dafür verantwortlich. Bei manchen Menschen können die Symptome nach dem Verzehr von Weizen mit Fruktanen, also fermentierbaren Kohlenhydraten, zusammenhängen.
Woran erkenne ich, dass Gluten mir schadet?
Bauchschmerzen, Blähungen oder Müdigkeit allein reichen nicht aus, um eine glutenbedingte Erkrankung zu diagnostizieren. Bei Verdacht auf Zöliakie kann der Arzt eine Untersuchung auf Antikörper gegen die Gewebetransglutaminase der Klasse IgA sowie eine Bestimmung des Gesamt-IgA anordnen. Die weitere Diagnostik hängt von den Ergebnissen und dem klinischen Bild ab.
Sollte man vor einer Zöliakie-Untersuchung auf Gluten verzichten?
Das sollte man nicht auf eigene Faust tun. Eine Einschränkung oder der Verzicht auf Gluten vor der Diagnostik kann zu einer Senkung der Werte charakteristischer Antikörper führen und die Diagnose der Erkrankung erschweren. Wenn bereits auf Gluten verzichtet wurde, sollte das weitere Vorgehen mit einem Gastroenterologen abgesprochen werden.
Enthalten glutenfreie Produkte mehr Ballaststoffe und Vitamine?
Nicht immer. Einige glutenfreie Produkte, beispielsweise aus Buchweizen oder Kichererbsenmehl, können eine wertvolle Quelle für Ballaststoffe und andere Nährstoffe sein. Produkte, die hauptsächlich auf gereinigter Stärke basieren, können hingegen relativ wenig davon enthalten. Am besten vergleicht man die Nährwertangaben auf den Verpackungen.