Folsäure, also die synthetische Form von Vitamin B9, sowie die natürlich in Lebensmitteln vorkommenden Folate sind für viele wichtige Vorgänge im Körper notwendig. Eine über einen längeren Zeitraum zu geringe Zufuhr kann zu Beschwerden führen, die nicht immer sofort erkennbar sind und sich nicht immer leicht mit einem bestimmten Nahrungsbestandteil in Verbindung bringen lassen. Bei Verdacht auf einen Folsäuremangel sollte man sich am besten an einen Facharzt für Medizin und Gesundheitswissenschaften wenden.
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- Erkennung eines Folsäuremangels
- Verringerung eines Folsäuremangels
- Polnische Normen und Empfehlungen
Erkennung eines Folsäuremangels
Ein Folsäuremangel kann sich über einen langen Zeitraum hinweg ohne deutliche und eindeutige Symptome entwickeln, weshalb er leicht übersehen oder mit anderen Gesundheitsproblemen verwechselt werden kann.
Müdigkeit und Schwäche
Bei manchen Menschen können chronische Müdigkeit, Schwäche, erhöhte Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, eine Verschlechterung des Wohlbefindens, blasse Haut oder eine verminderte Belastbarkeit auftreten. Dies sind jedoch keine Anzeichen, die ausschließlich auf eine zu geringe Zufuhr von Vitamin B9 hindeuten, da ähnliche Beschwerden auch bei einem Mangel an anderen Nährstoffen, bei Überlastung des Körpers, bei Stress, bei Schlafmangel oder bei verschiedenen gesundheitlichen Störungen auftreten können.
Was ist wichtig?
Wichtig ist auch, dass der Folatspiegel im Körper nicht ausschließlich vom Verzehr einer bestimmten Art von Lebensmitteln abhängt, sondern von den gesamten Ernährungsgewohnheiten, die über einen längeren Zeitraum beibehalten werden. Das Risiko kann bei Personen erhöht sein, die wenig Innereien (vor allem Leber), grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkornprodukte zu sich nehmen, sowie bei Personen, die sich einseitig von verarbeiteten Lebensmitteln ernähren oder sehr restriktive Ernährungspläne befolgen.
"Die Zufuhr ausreichender Nährstoffe ist in jeder Lebensphase wichtig, während der Schwangerschaft jedoch besonders entscheidend, da die Frau nicht mehr nur ihren eigenen Körper, sondern auch das in ihr heranwachsende Kind ernährt." Agata Bugorska – Ernährungsberaterin
Risikogruppen und Medikamente
Besondere Vorsicht ist auch bei Frauen geboten, die eine Schwangerschaft planen, bei Schwangeren, älteren Menschen, Personen mit übermäßigem Alkoholkonsum sowie bei Personen mit Resorptionsstörungen oder chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Manchmal können auch bestimmte Medikamente eine Rolle spielen (zum Beispiel Methotrexat, Sulfasalazin, Trimethoprim oder einige Antiepileptika).
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Angesichts der zahlreichen möglichen Ursachen für einen Mangel sollten die Symptome allein nicht als Grundlage für eine Selbstdiagnose dienen. Wenn Schwäche, Leistungsabfall, Konzentrationsstörungen oder andere beunruhigende Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten, lohnt es sich, die Ernährungsgewohnheiten und den Gesundheitszustand genauer unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls einen Arzt zu konsultieren. Durch diesen Ansatz lassen sich voreilige Schlussfolgerungen vermeiden und besser einschätzen, ob das Problem tatsächlich mit einer unzureichenden Folsäurezufuhr zusammenhängen könnte.
Geschätzter Folsäuregehalt in ausgewählten Lebensmitteln
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Produkt
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Gehalt pro 100 g
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Lange Bohnen
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~650-660 µg
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Spinat
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~180-190 µg
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Leber
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~170-590 µg
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Römersalat
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~130-140 µg
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Verringerung eines Folsäuremangels
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Um einen zu niedrigen Folsäurespiegel auszugleichen, sollte man am besten bei der täglichen Ernährung ansetzen, da gerade die regelmäßigen Ernährungsentscheidungen den langfristigen Versorgungszustand mit B-Vitaminen am stärksten beeinflussen. In der Praxis bedeutet dies, den Verzehr von Blattgemüse, Hülsenfrüchten und bestimmten Obstsorten zu steigern. In manchen Fällen kann bereits die Verbesserung der Qualität der ausgewählten Produkte oder die Aufnahme von Leber in die Ernährung ein wichtiger Schritt hin zu einer höheren Zufuhr von Vitamin B9 sein.
Polnische Normen und Empfehlungen
Gemäß den Ernährungsnormen für die polnische Bevölkerung beträgt die empfohlene Folsäurezufuhr bei Erwachsenen 400 µg Folsäureäquivalente pro Tag, während der Bedarf während der Schwangerschaft auf 600 µg pro Tag steigt. Es gibt jedoch Situationen, in denen die Ernährung nicht ausreicht oder der Bedarf höher ist, weshalb manche Menschen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Betracht ziehen. Dies gilt insbesondere für Zeiten mit erhöhtem Bedarf, bei ärztlicher Empfehlung oder bei Schwierigkeiten, den Bedarf allein über die Ernährung zu decken. Ein Nahrungsergänzungsmittel sollte jedoch nicht als einfacher Ersatz für eine ausgewogene Ernährung betrachtet werden, sondern vielmehr als Ergänzung unter bestimmten Umständen.
In Nahrungsergänzungsmitteln kommen Folate meist als Folsäure oder als aktive Form 5-MTHF vor, unter anderem in Form von Calcium-L-Methylfolat. Sie sind in Einzelwirkstoffpräparaten, Multivitaminen, Vitamin-B-Komplexen sowie in Nahrungsergänzungsmitteln für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere enthalten.
Quellen:
- McNulty, H., & Scott, J. M. (2008). Intake and status of folate and related B-vitamins: considerations and challenges in achieving optimal status. The British journal of nutrition, 99 Suppl 3, S48–S54. https://doi.org/10.1017/S0007114508006855
- Bailey L. B. (1990). Folate status assessment. The Journal of nutrition, 120 Suppl 11, 1508–1511. https://doi.org/10.1093/jn/120.suppl_11.1508
- Novaković, R., Geelen, A., Ristić-Medić, D., Nikolić, M., Souverein, O. W., McNulty, H., Duffy, M., Hoey, L., Dullemeijer, C., Renkema, J. M. S., Gurinović, M., Glibetić, M., de Groot, L. C. P. G. M., & Van't Veer, P. (2018). Systematic Review of Observational Studies with Dose-Response Meta-Analysis between Folate Intake and Status Biomarkers in Adults and the Elderly. Annals of nutrition & metabolism, 73(1), 30–43. https://doi.org/10.1159/000490003
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